BIODIVERSITÄT FÖRDERN!
 
HAUS - UND WEIDETIERE SCHÜTZEN!

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18.03.2026 
Aktuell wird ein Artikel der Frankfurter Rundschau mit dem Titel: „Trotz Beschluss zur Wolfsjagd: Experten warnen vor fatalen Folgen“ stark verbreitet und gestreut. Hier eine öffentliche Erwiederung der Weidezone Deutschland zu dieser "Meldung":

Der Beitrag folgt einem bekannten Muster: Statt die zentrale Sachfrage zu beantworten, wird mit Whataboutism gearbeitet. Wer Whataboutism bemühen muss, hat die eigentliche Debatte bereits verloren – denn er ersetzt Argumente durch Ablenkung.

Die These, der Wolf reguliere Wälder und Wildbestände automatisch positiv, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Die häufig zitierte „trophische Kaskade“ ist kein Naturgesetz, sondern ein Sonderfall unter sehr spezifischen Bedingungen. Skandinavische Studien zeigen klar, dass Verbiss in bewirtschafteten Kulturlandschaften primär durch Jagd, Habitatstruktur und menschliche Nutzung beeinflusst wird – nicht durch die bloße Anwesenheit von Wölfen.

In jüngerer Zeit wird dieses Argument zusätzlich mit einer CO₂-These aufgeladen: Mehr Wölfe würden indirekt den Klimaschutz fördern, weil weniger Verbiss zu mehr Biomasse und damit zu höherer CO₂-Bindung führe. Auch das ist eine unzulässige Verkürzung. Die zugrunde liegenden Studien stammen aus Sonderräumen wie Yellowstone und zeigen lokale Effekte unter weitgehend fehlender menschlicher Nutzung. Diese Ergebnisse sind weder skalierbar noch auf die intensiv genutzte Kulturlandschaft Mitteleuropas übertragbar. 

Der Einfluss forstlicher Bewirtschaftung, Jagd und Landnutzung überlagert solche Effekte vollständig.

Ebenso wird das Problemverhalten von Wölfen systematisch verharmlost. Wölfe sind hoch soziale, lernfähige Tiere. Erfolgreiche Jagdstrategien – etwa das Überwinden von Zäunen und das Reißen von Nutztieren – werden innerhalb des Rudels erlernt und an den Nachwuchs weitergegeben. Wer hier von „Einzelfällen“ spricht, ignoriert grundlegende Erkenntnisse der Verhaltensökologie.
Besonders irreführend ist zudem die Vorstellung einer „natürlichen Scheu“ gegenüber dem Menschen. Diese existiert so nicht. Scheu ist kein angeborenes Naturgesetz, sondern das Ergebnis von Erfahrung. Wo negative Konsequenzen fehlen, tritt Gewöhnung ein – ein seit Jahrzehnten bekannter Befund der Wildtierforschung.
Der Artikel blendet damit genau die Aspekte aus, die für die Realität vor Ort entscheidend sind: steigende Risszahlen trotz Herdenschutz, Nutzungskonflikte in einer dicht besiedelten Kulturlandschaft und die Belastung der Weidetierhaltung.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob der Wolf abstrakt „gut für die Natur“ oder gar für das Klima ist.
Die entscheidende Frage ist, wie viele Wölfe unter den Bedingungen Mitteleuropas tragbar sind – und wie ein wirksames, rechtssicheres Management aussieht.
Alles andere ist keine wissenschaftliche Debatte, sondern interessengeleitete Erzählung.

Dieser Stellungnahme zu Grunde liegende Artikel und Studien:
Frankfurter Rundschau
https://web.archive.org/web/20260314103452/https://www.fr.de/meinung/trotz-beschluss-zur-wolfsjagd-experten-warnen-vor-fatalen-folgen-94216878.html

Gicquel et al. (2020)
Does recolonization of wolves affect moose browsing damage on young Scots pine?
https://doi.org/10.1016/j.foreco.2020.118298
https://www.researchgate.net/publication/342230720_Does_recolonization_of_wolves_affect_moose_browsing_damage_on_young_Scots_pine
Månsson et al. (2017)
Group or ungroup – moose behavioural response to recolonization of wolves
https://doi.org/10.1186/s12983-017-0209-9
Loosen et al. (2021)
Roads, forestry, and wolves interact to drive moose browsing patterns
https://doi.org/10.1002/ecs2.3358
Calkoen et al. (2018)
Does wolf presence reduce moose browsing intensity in Scandinavia?
https://digitalcommons.usu.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=8773&context=aspen_bib
Chapron & Treves (2016)
Blood does not buy goodwill: allowing culling increases poaching of a large carnivore
https://doi.org/10.1098/rspb.2015.2939
Gehr et al. (2019)
Reproductive success and breeding patterns in wolves (multiple breeding)
https://doi.org/10.1002/ece3.4956
Newsome et al. (2017)
Does human disturbance influence predator-prey interactions?
https://doi.org/10.1111/1365-2664.12829
Beschta & Ripple (2016)
Riparian vegetation recovery and climate interactions in Yellowstone (CO₂-/Biomasseargument)
https://doi.org/10.1002/ece3.2249
Wichtig:
Effekte sind lokal, kontextabhängig und nicht auf europäische Kulturlandschaften übertragbar.



23. Januar 2026 - Mahnfeuer in Rehe – Starkes Signal aus dem Westerwald
Ab 18:00 Uhr versammelten sich dort rund 1.000 bis 1.500 Teilnehmer zum gemeinsamen Mahnfeuer.
Aufgerufen hatten Weidezone Deutschland e.V., die BI Wolfsprävention Westerwald und der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V. . Die hohe Beteiligung machte deutlich: Dieses Signal ist nur durch breite Zusammenarbeit entstanden – und genau darin liegt seine Stärke.
In eindrucksvoller Atmosphäre wurde die zunehmend angespannte Lage der Weidetierhaltung in den Mittelgebirgsregionen thematisiert. Viele Betroffene schilderten ihre Erfahrungen aus der Praxis und machten die wachsende Kluft zwischen politischer Entscheidungsebene und Realität vor Ort deutlich.

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Oktober 2024:
Die Weidezone Deutschland ist Mitbegründer des Aktionsbündnis Weidetierhaltung NRW.

In diesem Bündnis sind über 15.000 Betriebe der Haus- und Weidetierhaltung in Nordrhein - Westfalen
organisiert.



Dialogpapier zum download:


25.09.2024 Pressemitteilung "Deutschland stimmt Herabstufung des Wolfes auf EU Ebene zu"


23.09.2024 Offener Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz


09.08.2024 Rechtsgutachten
"Pflicht zur wolfabweisenden Einzäunung" - erstellt im Auftrag der Weidezone Deutschland e.V.
finanziert über crowdfunding und Spenden von Mitgliedern


Umweltministerkonferenz Bad Dürkheim, 06.06.2024

Im gemeinsamen Gespräch zusammen mit dem Förderverein der deutschen Schafhaltung e.V. mit der Umweltministerkonferenz in Bad Dürkheim.
Anwesend waren von Seiten der Umweltministerkonferenz
- Frau Landesumweltministerin Katrin Eder,Bündnis 90 / Die Grünen, Rheinland-Pfalz
- Herr Landesumweltminister Axel Vogel, SPD, Brandenburg
- Herr Landesumwelt- und Landwirtschaftsminister Ingmar Jung, CDU, Hessen
in Vertretung für,die sich wegen Besuchs der Hochwassergebiete entschuldigende, Frau Bundesumweltministerin Steffi Lemke, Bündnis 90 / Die Grünen,
- Herr Staatssekretär Stefan Tidow
- Herr Dr. Peter Sound vom Koordinationszentrum Luchs und Wolf (KLUWO), Rheinland-Pfalz

sowie Vertreterinnen und Vertreter der Haus- und Weidetierhaltung.

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plakat bad dürkheim mit tieren final II
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Pressemitteilung Veranstaltungen Friedeburg, 09. / 10.02.2024


Pressemitteilung Rote Karte für die Wolfspolitik

 




Ruth Boßmann und Lars Eric Broch vertreten die Weidezone Deutschland auf der Messe und zeigen der Wolfspolitik die Rote Karte.
Bildquelle: Weidezone Deutschland









 

Birgit Nigrini und Tochter Monique Kröger auf Ihrer provisorisch gesicherten Weide.

Bildquelle: Kroeger

Auftaktveranstaltung der Weidezone Deutschland in Friedeburg

Bildquelle: Weidezone Deutschland / Fotomontage Weidezone Deutschland - Pixabay


Gründung der Weidezone Deutschland im Januar 2023